Stanzmaschinen für die Ledertaschenherstellung
Teile von Taschen haben meist eine unregelmäßige Form, die früher mit Schablonen von Hand zugeschnitten wurden. Schon das Herstellen der Schablonen war relativ aufwendig, da sie meist aus Hartfasermaterial hergestellt und mit Metall eingefasst werden mussten, um eine Abnutzung zu vermeiden. Außerdem wurden die Zuschnitte ungenau, wenn die Schablonen während des Zuschneidevorgangs geringfügig verschoben wurden.
Durch die Einführung der Stanzmaschinen wurde die Genauigkeit der Zuschnitte gewährleistet und eine wesentliche Verkürzung der für das Zuschneiden erforderlichen Arbeitszeit erreicht. Stanzeisen werden aus 1,5 bis 2 cm breiten Bandstahl exaxt der Form des Taschenteils entsprechend hergestellt. Dabei können auch Markierungen mit eingebaut werden, die beispielsweise Positionen für das spätere Zusammenfügen verschiedener Taschenteile anzeigen. Bei der Herstellung von Ledertaschen werden in der Regel Hälften, d.h. halbe Häute mit einem oder mehreren Messern auf dem Tisch einer Stanze ausgelegt. Bei sogenannten Schwenkarmstanzen wird der Kopf der Stanze über die auf dem Stanztisch liegenden Messer geschwenkt und hydraulisch der Stanzhub ausgelöst. Der Tisch einer Schwenkarmstanze kann Maße von 300 x 650 mm bis 1200 x 500 mm haben und die Druckleistung entsprechend zwischen 10 und 25 Tonnen variieren. Zum Ausstanzen größerer Teile wie zum Beispiel der langen Böden eines Aktenkoffers oder dem gleichzeiten Ausstanzen ganzer Häute werden Brückenstanzen eingesetzt. Bei diesen wird das Leder auf Platten ausgelegt, die anschließend für den eigentlichen Stanzvorgang unter die Brücke geschoben werden. Bei Leder kann auf das manuelle Auslegen der Fläche nicht verzichtet werden, da Fehler in der Haut und der unreglemäßigen Form berücksichtigt werden müssen. Bei Kunstleder ist dagegen ein Stanzen in mehreren Lagen und eine rechnerische Optimierung der Lage der Zuschnitte möglich.
Ausstanzen von Lederteilen